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#sharingiscaring: READYMADE

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Foto: Daniel A. Opoku

Willkommen zurück oder auch ein herzliches Hallo an alle dazu gestiegenen Leser! Heute stelle ich euch die zwei sehr ambitionierten und inspirierenden Gründer Melu und Julian von READYMADE vor. Mit ihrem Sharing-Konzept verbinden sie Nachhaltigkeit und Wohnungsglück zugleich. Schon bald ist auch ihr Online-Shop verfügbar, bei dem ihr die gewünschten Möbelstücke mieten könnt. Wie? Mieten?! Jep, ihr habt richtig gehört. Aber gut, ich möchte gar nicht zu viel vorwegnehmen - lest das Interview und lasst euch von der Idee begeistern.

 

Interview - READYMADE

Hallöchen, ihr beiden! Schon mal danke vorweg für eure Zeit. Dann fangen wir doch mal an. Wer steckt hinter „READYMADE“?

Melu: Hey Lisa, das sind dann wohl wir. Ich bin Melusine, habe Philosophie, Soziologie und Medienwissenschaften studiert und habe während meinem Studium eine NGO gegründet.

Julian: Ich bin gelernter Tischler, habe in Aachen Holzingenieurwesen studiert und in den letzten Jahren in Berlin als Eventmanager gearbeitet.

 

Was ist „READYMADE“?

Julian: READYMADE ist das erste Sharing-Konzept für Wohnmöbel in Deutschland. Vom Prinzip her ähnlich wie Car2Go: Du wirst kostenlos Mitglied in unserem Club, kannst Dir dann im Online-Shop die Möbel aussuchen, die Du brauchst, wir kümmern uns um Lieferung und Aufbau und Du bezahlst monatlich Miete und einmalig eine Lieferpauschale. Wenn Du die Möbel nicht mehr brauchst oder neue haben möchtest, holen wir sie wieder ab und überarbeiten sie. Das kann von einfachem Reinigen bis zu aufwändigem Hacking sein, denn das Ziel dabei ist, dass die Möbel solange wie möglich erhalten bleiben und den NutzerInnen zur Verfügung stehen. Die Möbel verändern sich also durch jeden Gebrauch und werden nach und nach zu Unikaten mit ihrer ganz eigenen Geschichte.

Melu: Wir haben uns bei der Auswahl der Möbel auf hochwertige, größtenteils nachhaltig produzierte Essentials spezialisiert – also Dinge, die jeder braucht: Betten, Regale, Garderoben, Tische, Stühle usw. Der Minimalismus, den wir unseren NutzerInnen durch das Angebot ermöglichen, spiegelt sich so auch im Design wieder: Wir haben nur leichte, modulare Möbel. Offensichtlich wird bei unserem Stock auch: Wir lieben skandinavische Produzenten, die achten nicht nur konsequenter auf ihre Produktionsmethoden und internen Prozesse, sondern verfolgen einfach schöne und innovative Designs.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, „READYMADE“ zu gründen? Was hat euch dazu bewegt?

Melu: Die NGO, die ich gemeinsam mit einer Kommilitonin gegründet habe, sollte Geflüchteten mit akademischem Background das Ankommen hier erleichtern. Gleichzeitig haben wir gemeinsam mit den Geflüchteten versucht, über konsuminduzierte Fluchtursachen aufzuklären – für mich kam dann irgendwann der Punkt, dass ich nicht mehr nur darüber reden wollte. Ich wollte ausprobieren, ob man innerhalb des bestehenden Systems auch anders wirtschaften kann, also rentabel sein aber nicht auf Kosten von Natur und Mensch.

Julian: Als ich in Berlin war, habe ich verschiedene Projekte in ganz Deutschland betreut und hatte außerdem mit dem Wohnungsmarkt zu kämpfen. Ich habe also aus der ganzen Sache eine Art Minimalismus-Experiment gemacht: Ich habe alle meine Sachen weggegeben und bin mit einem Seesack mit Klamotten, ein paar Ordnern mit Unterlagen und meiner Gitarre von Untermiete zu Untermiete gezogen. Dadurch bin ich in 2 Jahren 13 Mal umgezogen. Dabei wird einem sehr bewusst, was man eigentlich braucht und auch was einem fehlt. Mir hat das Gefühl von Zuhause gefehlt, egal in was für fancy Wohnungen mit lieben Menschen ich gelebt habe. Mich hat deswegen die Frage beschäftigt: Warum gibt es keine Leihbücherei für Möbel in der ich mir immer wieder nur an einem anderen Ort meine Lieblingsmöbel ausleihen kann?

 

Beschreibt „READYMADE“ in drei Worten:

Julian: Reduce . Reuse . Repeat – das ist nicht umsonst unser Slogan und bildet wohl ganz gut ab, was unsere Vision ist.

 

Wenn ihr eine Sache auf der Welt verändern dürft – was wäre das?

Melu: Bei nur einer Sache müssen wir uns ja für was Grundlegendes entscheiden, um möglichst viel zu bewirken. Wie wäre es also, wenn wir weltweit das bedingungslose Grundeinkommen einführen? Mich würde interessieren, wie sich Gesellschaften, das Miteinander und natürlich auch Arbeit plötzlich verändern würden. Stell Dir vor, wir würden plötzlich Dinge aus intrinsischer Motivation heraus machen – was dadurch wohl entsteht?

 

Nochmal vielen Dank für das inspirierende Interview und ganz viel Erfolg euch!

 

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Foto: Daniel A. Opoku

Wenn ihr noch mehr von READYMADE wissen wollt und ihr sie auf ihrer Reise begleiten möchtet (oder READYMADE auf eurer), folgt ihnen doch einfach auf Facebook oder Instagram. Die beiden sind fleißig am Hustlen und haben spannende Projekte in Planung.

 

So viel zu heute, nächste Woche Sonntag dreht sich alles rund um das Thema Pappbecher, Kaffee, eine App und was wir tun können.

 

Bis dahin, schöne Woche Euch!

 

Lisa

 

 

Quelle: READYMADE

Vorschau- und Eintragsbilder: Daniel A. Opoku