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Smartphone und Nachhaltigkeit - funktioniert das?

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Foto: notebookcheck

Wie ich letzte Woche schon erwähnt habe, quatschen wir heute ein bisschen über das Smartphone - unseren alltäglichen Begleiter. Schließlich kann man sich ein Leben ohne das gute Teil kaum mehr vorstellen. Schon seltsam.

 

Durchschnittlich nutzen wir unser Smartphone für 2,7 Jahre, danach landet es meist in der Schublade, um Platz für ein neues zu schaffen. Gründe dafür sind verschieden: Sei es der Akku, der langsam aber sicher seinen Geist aufgibt oder die technologischen Trends, die man mitverfolgen möchte.  Unser Konsumverhalten können wir hinterfragen und ändern, aber wenn der Akku nicht mehr geht - nun ja, dann geht er wohl nicht mehr. Die Reparatur ist oft nicht möglich und deswegen muss ein neues Handy her.

 

Auch die Gründer des Fairphones fanden den kurzen Lebenszyklus bedenklich und wollten die Smartphone-Welt mit mehr Nachhaltigkeit aufmischen. Daraus entstand das erste ethisch korrekte, modulare Smartphone -  auch Fairphone genannt.

 

Das Fairphone

Was ist nun so besonders am Fairphone? Zum einen ist es ein modulares Handy. Wenn Teile im aktuellen Fairphone 2 defekt sind, können wir, als Konsument, diese mit Ersatzteile austauschen. Vom Akku bis zur Kamera - fast alles ist möglich. Mit Tutorials von IFIXIT wird in einfachen Schritten erklärt, wie man welche Teile auswechselt.

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Foto: IFIXIT

Zum anderen legt Fairphone auf eine hohe Transparenz in der Wertschöpfungskette wert. Ich schreibe "hohe", weil die Wertschöpfungskette sehr komplex ist - zu viele Beteiligte - und das Unternehmen Stück für Stück versucht, alle Mitwirkenden zu erfassen. Falls es euch interessiert, könnt ihr hier die Lieferkette verfolgen.

 

Aber nicht nur das. Wir schauen uns nun im Einzelnen die Ziele von Fairphone an, um noch mehr Klarheit über das Unternehmen zu schaffen.

 

Ziele

Fairphone möchte die kurze Lebensdauer der gängigen Smartphones mit einem robusten Design trotzen. So entstand das erste modulare Smartphone, in dem nur die defekten Teile ausgetauscht werden müssen anstatt das ganze Handy.

 

Ein weiterer Punkt ist die Verwendung von fair gehandelten Materialien. Die Reise des Smartphones beginnt im Bergbau. Dort werden unter ausbeuterischen Bedingungen und Umweltverschmutzung Rohstoffe wie Kobalt oder Gold abgebaut. Fairphone hat mit dem Partner The Dragonfly einen Beurteilungsbogen von 38 Materialien, die im Smartphone vorhanden sind, erstellt. Dort wurden die einzelnen Rohstoffe unter verschiedenen Kriterien evaluiert, um Verbesserungspotenziale je Material zu erkennen. Schließlich hat sich Fairphone  für 10 Rohstoffe entschieden und verbessert allmählich deren Bedingungen. Ressourcen werden nur aus konfliktfreien Minen oder fairen Handel bezogen.

 

Numero drei sind guten Arbeitsbedingungen. Fairphone arbeitet gemeinsam mit verschiedenen Partnern an Programmen zusammen, um die Beziehung zwischen Arbeitnehmer und -geber zu fördern. Außerdem sind sie Mitglied bei Clean Electronics Production Network. Die Initiative arbeitet darauf hin, dass Arbeitnehmer fern von toxischen Chemikalien bei der Herstellung bleiben.

 

Last but not least, Wiederverwendbarkeit und Recycling. Mit verschiedenen Forschungsprojekten möchte Fairphone das Handy im Endstadium bestmöglichst recyclen. Das bedeutet auch, dass bei der Produktion bestimmte Designentscheidungen getroffen werden - für die Gewährleistung effizienteres Recycling in der Zukunft.  Fairphone hilft auch vor Ort. Länder mit Elektromüll werden von Fairphone und deren Partnern unterstützt, Recycling zu verbessern.

 

Recyle dein Handy!

Hast du noch dein altes Handy in der Schublade rumliegen und du weißt nicht so recht, wohin damit? Sei es ein Smartphone oder doch das Nokia 3310, egal was, beides kannst du kostenlos an Fairphone schicken und sie recyclen es für dich. Cool, oder?

 

Interessant: Viertel/Vor hat die Kamera von Fairphone 2 getestet - hier der Testbericht. Außerdem hat Greenpeace eine Tabelle (Seite 5) veröffentlicht, die die großen Marken in den Bereichen Energie, Ressourcen und Chemikalien benotet. Wie schneidet euer Smartphone ab? (meines ist nicht mal aufgelistet)

 

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass eine 100 % Nachhaltigkeit beim Smartphone (noch) nicht funktionieren kann. Dafür ist der Herstellungsprozess samt Lieferantennetzwerk zu umfangreich. Aber wie ich in meinem ersten Eintrag schon erwähnt habe: kleine Schritte sind besser als keine. Und Fairphone setzt definitiv einen Meilenstein.

 

 

Das war's auch schon wieder. Ich hoffe, ihr fandet das heutige Thema interessant. Bei Kritik, Verbesserungsvorschläge oder ein paar netten Worte dürft ihr mir gerne schreiben. Nächste Woche habe ich wieder ein Interview für euch. Stichworte: Plastik, Meer, Sport.

 

Adieu, bis Sonntag!

 

Lisa

 

 

Quelle: Fairphone, Greenpeace

Bilder: IFIXIT, notebookcheck, Fairphone